Beispielhafte Karrieren

In den letzten Jahrzehnten haben zehntausende Studierende erfolgreich ein Wirtschaftsinformatikstudium absolviert. Um einen ersten Eindruck von der Vielfältigkeit der Möglichkeiten mit einem Wirtschaftsinformatikabschluss zu vermitteln, berichten hier beispielhaft sieben dieser Absolventen über ihren individuellen Karriereweg und geben Ratschläge für Studieninteressierte.

Hintergrund

Nicolas Bissantz hat Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert und mit Diplom und Promotion abgeschlossen. Die Vorlesungen von Prof. Peter Mertens im Grundstudium weckten sein Interesse an diesem Studiengang. Im Rahmen des Programms "Flügge" für Unternehmensgründungen aus einer Universitätsposition heraus konnte Bissantz die Ergebnisse seines Promotionsstudiums bei Mertens in ein 1996 eigens dafür gegründetes Unternehmen überführen und zur Marktreife weiterentwickeln. Er leitet das Unternehmen seitdem.

 

Was mir an meiner Arbeit als geschäftsführender Gesellschafter der Bissantz & Company GmbH bei Unternehmen besonders gut gefällt

„Forschung in der Wirtschaftsinformatik ist per se interdisziplinär, muss radikal und visionär und dennoch praxisorientiert sein. Diese Haltung herrschte bei Mertens und prägt auch mein eigenes Unternehmen, das ich als 'Wissenschaftsunternehmer' führe. Es gibt keinen größeren Spaß, als mit Ausdauer, Beharrlichkeit und Fleiß kühnen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Die Möglichkeit dazu entstand während meiner Zeit an der Uni, ich habe sie genutzt, das ist großes Glück.“

 

Meine größte Herausforderung bei Bissantz & Company GmbH

"Visionen in die Praxis umzusetzen dauert. Ist man zu geduldig, fehlt der Schwung, ist man zu ungeduldig leidet man an der Langsamkeit der Welt. Sich zwischen diesen Extremen aufzuhalten und fröhlich voranzuschreiten, das ist meine persönlich größte Herausforderung."

?Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen? "Mein Thema erneuert sich immer wieder - mit jedem Meilenstein, den wir erreichen. Mein Wunsch ist, es lebenslang vorantreiben zu können."

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

"Dass die Wirtschaftsinformatik die beiden so starken Motive vereint, die ihren Namen prägen, macht sie in meinen Augen zunächst stärker als die beiden Einzeldisziplinen, die mitunter zersplittert und einseitig auf mich wirken. Das ist Chance und Verpflichtung. Der Wirtschaftsinformatiker sucht nach dem technisch gerade eben noch Machbaren, das gleichzeitig für Menschen, Organisationen und Unternehmen auch sinnvoll und zweckmäßig ist. Dazu schaut die Wirtschaftsinformatik in viele andere Gebiete, wie z. B. die Ingenieur- und die Sozialwissenschaften. Persönlich war mein Wirken umso erfolgreicher, je weiter mein Blick wurde."

Hintergrund

Ich habe Wirtschaftsinformatik an der Technischen Universität Ilmenau studiert. Aufgrund meiner Affinität für betriebswirtschaftliche als auch für technische Themen habe ich mich gezielt für diese Schnittstellendisziplin entschieden und damit eine erste wichtige Voraussetzung für meine berufliche Entwicklung gelegt. Ein wichtiger Bestandteil meines Studiums war für mich das frühzeitige Sammeln von Praxiserfahrung. So habe ich durch verschiedene Praktika interessante Einblicke sowohl in Unternehmensberatungen als auch typische Industrieunternehmen erhalten. Dabei hat sich mein Berufswunsch Unternehmensberater zu werden gefestigt. Seit neun Jahren berate ich nun Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Strategien, Optimierung von Geschäftsprozessen sowie der Umsetzung größerer Transformationsprojekte.

 

Was mir an meiner Arbeit bei PwC besonders gut gefällt

Die dynamische Arbeitsweise insbesondere im internationalen Umfeld und die Vielfältigkeit meiner Aufgaben faszinieren mich immer wieder. Kein Tag ist wie der andere. Es gefällt mir, ständig interessanten Menschen zu begegnen und immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert zu werden. Diese gilt es dann im Team mit hochmotivierten Kolleginnen und Kollegen gemeinsam zu meistern. Darüber hinaus habe ich viele Möglichkeiten und Freiheiten, meinen Berufsalltag und auch meine berufliche Weiterentwicklung selbst zu gestalten.

 

Meine größte Herausforderung bei PwC

Ich werde immer wieder mit einem hohen Qualitätsanspruch und der Erwartung meiner Kunden konfrontiert, ihre komplexen Probleme erfolgreich zu lösen und dabei einen spürbaren Nutzen zu generieren. Dies bereitet einerseits viel Spaß. Andererseits kann dies auch sehr anstrengend sein und eine echte Herausforderung darstellen. Um am Puls der Zeit zu bleiben erfordert dies lebenslanges Lernen und sich immer wieder mit neuen Trends und Entwicklungen auseinanderzusetzen.

 

Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen?

Beruflich möchte ich noch den einen oder anderen Schritt machen und mich kontinuierlich weiterentwickeln. PwC bietet mir dafür interessante Perspektiven. Schon während meines Studiums und auch im Rahmen meiner Projektarbeit habe ich längere Aufenthalte im Ausland als eine sehr große Bereicherung und wichtige Erfahrung empfunden. Darauf möchte ich weiter aufbauen und habe das Ziel, ein Secondment (Entsendung) für ca. 2 Jahre in einem fremden Land zu absolvieren – bspw. in Brasilien oder Australien. Aus privater Perspektive verfolge ich daneben natürlich das Ziel, weiterhin eine ausgeglichene Work- Life-Balance sicherzustellen, um viel Zeit mit meiner Frau und meinen beiden Kindern verbringen zu können.

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

Drei Dinge sind nach meiner Erfahrung entscheidend für eine erfolgreiche Karriereentwicklung. Erstens: professionelle Neugier und eine gewisse Problemlösungskompetenz. Zweitens: die Bereitschaft über den Tellerrand blicken zu wollen und sich immer wieder an Veränderungen anzupassen. Und Drittens: Spaß an der Arbeit in interdisziplinären Teams. Das Studium der Wirtschaftsinformatik bietet in diesem Zusammenhang eine sehr gute Ausgangslage.

Hintergrund

Florian Görisch hat Wirtschaftsinformatik an der TU Darmstadt studiert und mit Diplom 2009 abgeschlossen. Durch den Leistungskurs Informatik in der Oberstufe wurde sein Interesse an diesem Studiengang geweckt. Nach Abschluss des Studiums absolvierte Florian Görisch ein Management Trainee Programm bei der Deutschen Telekom und wechselte anschließend als Produkt Manager zu Google nach Zürich.

 

Was mir an meiner Arbeit bei Google besonders gut gefällt

„Als Produkt Manager kann man sehr innovativ arbeiten und hat die Möglichkeit Produkte und Features, die von Millionen Nutzern täglich verwendet werden, zu gestalten. Darüber hinaus haben wir eine sehr offene und kooperative Arbeitskultur, mit vielen erstklassigen Softwareentwicklern, mit denen es spannend ist täglich zusammenzuarbeiten.“

 

Meine größte Herausforderung bei Google

„Mit vielen Nutzern, kommt viel Verantwortung. Als Produkt Manager ist man für das jeweilige Produkt zentral verantwortlich. Da kann es mal stressig werden, wenn neue Versionen veröffentlicht werden und viele Dinge gleichzeitig koordiniert werden müssen.“

 

Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen?

„Mir gefällt meine Rolle sehr gut und ich kann mir gut vorstellen sie noch lange auszuüben. Viele Produktmanager spielen mit dem Gedanken vielleicht eines Tages ein eigenes Startup zu gründen. Das könnte ich mir auch vorstellen.“

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

”‘Stay hungry, stay foolish.‘ Dieses Steve Jobs Zitat trifft es sehr gut. Der Drang etwas verändern zu wollen, auch auf ungewöhnlichen Wegen die Dinge zu hinterfragen, ist eine gute Motivation. Insbesondere in der IT, die viele Dinge grundlegend verändern und verbessern kann. Das Wirtschaftsinformatikstudium ist hier die ideale Basis, da man mit sehr vielen verschiedenen Themen in Berührung kommt, auf die man später aufbauen kann. Dieses gute Fundament ist sehr wichtig.“

Hintergrund

Dr. Martin Nemetz hat das Diplomstudium der Internationalen Betriebswirtschaft mit einer Spezialisierung in Wirtschaftsinformatik und das Doktorratsstudium der Wirtschaftsinformatik an der Universität Wien, Fakultät für Informatik absolviert. Mit dem Ziel im Spannungsfeld der Wirtschaft und Informatik in einer Führungsposition zu arbeiten, schloss er die Promotion im Jahr 2008 ab.

Seine erste berufliche Station führte ihn in die IT des liechtensteinischen Bautechnologiekonzerns Hilti. Mittlerweile leitet er den Bereich „Competence Center on Demand on Device Services“, in welchem sich ein internationales Team mit den Themen Cloud Computing, Mobility und Social Collaboration auseinandersetzt. Zudem ist er Mitglied des IT-Boards bei der Hilti Aktiengesellschaft und trägt dort zur strategischen Ausrichtung der Konzern-IT bei.

 

Was mir an meiner Arbeit bei Hilti besonders gut gefällt

„Die Möglichkeit neueste IT-Trends und deren Relevanz zu analysieren sowie im täglichen Geschäft innovative IT-Lösungen zu entwerfen und umzusetzen, ist für mich ein klassisches Anwendungsfeld der Wirtschaftsinformatik. Dort fühle ich mich beruflich zu Hause. Das ist der Grund, warum ich gerne – mit exzellent ausgebildeten Kollegen – in der Konzern-IT der Hilti arbeite.“

Aktuell beschäftigt sich das Team rund um Dr. Nemetz mit der Entwicklung und flächendeckenden Einführung von mobile apps innerhalb der Vertriebsmannschaft der Hilti. Ein weiterer Schwerpunktbereich ist die Etablierung einer Cloud-basierten ERP-Lösung, welche in zunehmendem Maße für kleine bis mittelgrosse Marktorganisationen von Hilti zum Einsatz kommt.

 

Meine größte Herausforderung bei Hilti

„Die richtige IT-Lösung für den richtigen Fachbereich zu finden. Dabei aber nicht den Fokus auf das Wesentliche zu verlieren, ohne die Komplexität der IT- Landschaft übermäßig zu erhöhen.“

Die weite Verbreitung der IT im privaten Bereich führt auch zu einer veränderten Wahrnehmung der IT in Konzernen. Kunden wie auch Nutzer erwarten eine intuitive und einfache Gestaltung von IT-Applikationen. Dies im komplexen Umfeld eines Konzerns zu etablieren, ist eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. IT wird in diesem Rahmen zusehends zu einem strategischen Faktor.

 

Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen?

„Ich möchte mich weiterhin beruflich entwickeln und verantwortungsvolle Positionen im Führungsteam von Hilti übernehmen. Die Möglichkeit des aktiven Gestaltens ist einer der wichtigsten Motivationsfaktoren in meinem beruflichen Leben – und dies möchte ich in Zukunft weiterhin fortführen.“

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

„Wirtschaftsinformatik bedeutet vor allem die Kunst des konzeptionellen

Denkens zu beherrschen.“ Tauchen Sie ein die spannende Welt der Wirtschaftsinformatik und versuchen Sie die Konzepte hinter den Anwendungsfällen zu durchschauen. Lernen Sie dabei die Sprache und die Methoden der Wirtschaftsinformatik und tauschen Sie sich regelmässig mit Kollegen, Lektoren und Professoren aus – die Wirtschaftsinformatik entwickelt sich rasant weiter!

Die Promotion ist eine wunderbare Möglichkeit einen Teilbereich der Wirtschaftsinformatik zu vertiefen wie auch das konzeptionelle Denken an sich zu stärken. Sie werden überrascht sein, wie oft Sie im Berufsleben auf diese Erfahrungen zurückgreifen werden.

Hintergrund

Michael Reinicke hat Wirtschaftsinformatik an der Universität Würzburg studiert und mit Promotion an der Universität Bayreuth abgeschlossen. Durch den Lehr- stuhl Wirtschaftsinformatik an der Uni Würzburg wurde sein Interesse an die- sem Studiengang geweckt. Heute ist er als Co-Gründer und Geschäftsführer bei carpooling.com GmbH und führt ein Team von 75 Mitarbeitern.

 

Was mir an meiner Arbeit bei Carpooling besonders gut gefällt

Carpooling.com bzw. mitfahrgelegenheit.de in Deutschland, ist Europas größte Mitfahrplattform. An unserem Firmenstandort in München arbeiten hochmoti- vierte Menschen aus 16 verschiedenen Ländern. Die Arbeit mit und in diesem Team macht mir unheimlich großen Spaß, denn nur gemeinsam können große Ziele verfolgt werden.

 

Meine größte Herausforderung bei Carpooling

Mitfahren und Mitnehmen ist eine günstige und umweltfreundliche Form der Mobilität für viele Millionen Menschen. Damit das so bleibt, entwickeln wir Website und Apps ständig weiter und organisieren das Unternehmen wirtschaft- lich nachhaltig. Wir erklären immer wieder, dass ein Service auch im Netz et- was kosten muss, damit er langfristig bestehen kann.

 

Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen?

Ich widme mich im Moment voll und ganz unserem Unternehmen und dem Thema Mitfahren. Wenn man sieht, wie oft Autos halb leer unterwegs sind, dann wird klar, wie viel Arbeit noch vor uns liegt.

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

Das Internet hat viele bestehende Geschäftsmodelle verändert und viele weite- re erst möglich gemacht. Letztendlich sind wir aber immer noch am Anfang ei- ner Revolution, die noch eine Menge Potentiale birgt. Wenn Ihr eine Idee für einen wirklich nützlichen Service bzw. Produkt habt, dann verfolgt diese Idee hartnäckig und geduldig. Ein Scheitern gibt es nicht, man kann nur Erfahrung gewinnen und dies führt zum Erfolg.

Hintergrund

Natalie Schlichting hat Betriebswirtschaftslehre an der Ludwigs-Maximilians- Universität (LMU) studiert. Dabei haben die betriebswirtschaftlichen Aspekte der IT und die durch neue Technologien entstehenden Geschäftsmodelle bereits frühzeitig im Studium ihr Interesse geweckt. Im Anschluss an ihr Studium hat sie am Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien promoviert. Nach Abschluss ihrer Promotion ging sie zunächst zur Payback GmbH (American Express Group), arbeitete dann drei Jahre in den USA als IT- Projektmanager und ist heute bei W. L. Gore & Associates in Deutschland als IT Delivery Manager beschäftigt.

Was mir an meiner Arbeit bei W. L. Gore & Associates besonders gut gefällt

  • Koordination verschiedener Teams und Funktionen an der Schnittstelle zwischen Business & IT
  • Management von IT-Projekten nach betriebswirtschaftlichen Kriterien
  • Globale Tätigkeit über verschiedene Kulturen und Länder hinweg
  • Freiheit der selbständigen Gestaltung des Arbeitsfeldes und hohe Eigenverantwortung
  • Ständig neue Einblicke in unterschiedliche Geschäftsbereiche und Funktionen
  • Teamorientiertes Arbeiten unter Wertschätzung des Einzelnen
  • Starke Unternehmenskultur und sehr gute Arbeitsatmosphäre
  • Vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten

 

Meine größte Herausforderung bei W. L. Gore & Associates

Einer der größten Pluspunkte meiner Arbeit – die Globalität meiner Tätigkeit – birgt natürlich die Herausforderung, in virtuellen Teams über mehrere Zeitzonen hinweg zu arbeiten. Dies wird häufig durch einen im IT-Bereich verbreiteten Off- shore-Ansatz verstärkt.

 

Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen?

Mein Ziel ist es, die Schnittstellenfunktion „Wirtschaftsinformatik“ weiter auszubauen. Dazu gehören für mich die Einführung standardisierter Prozesse und geeigneter Tools, die zur Leistungsfähigkeit des IT-Bereichs beitragen. Konkret geht es dabei um Themen wie IT-Portfolio-Management, IT- Projektmanagement, Standardisierung und Automatisierung. Im Idealfall etabliert sich die Rolle des IT-Bereichs vom reinen Unterstützer zum „Enabler“ und letztendlich zum Innovator. Um diese Ziele erreichen zu können, möchte ich meinen Einflussbereich erweitern und ein Team aufbauen, das diese Grundgedanken weiterverfolgen und umsetzen kann.

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

Ihr seid dabei, euch ein Profil aufzubauen, das auf den ersten Blick simpler klingt als es ist. Ihr wachst bilingual auf, d.h. ihr lernt die Sprache der IT und die des Business. Damit seid ihr in der Lage, eine Brücke zwischen zwei Welten zu schlagen, die sich gegenseitig bedingen, aber häufig doch meilenweit voneinander entfernt zu sein scheinen. Und diese Dolmetscherfunktion ist nicht nur in den namhaften IT-Unternehmen unabdingbar, sondern wird von jedem Unternehmen gefragt, dessen Produkte und/ oder Prozesse durch IT unterstützt sind. Gerade hier gibt es zahlreiche Schnittstellen, die für euren künftigen Tätigkeitsbereich ein großes Spektrum schaffen. Es liegt also ganz an euch, ob euer Pendel später einmal in Richtung IT oder in Richtung Wirtschaft ausschlägt oder eben genau die goldene Mitte trifft.

Link: www.gore.com

Hintergrund

Dr. Andrea Weierich hat Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik an der Universität Erlangen-Nürnberg studiert und mit Promotion abgeschlossen. Ihre Leidenschaft für IT in Unternehmen und daher für diesen Studiengang wurde während eines Auslandsstudienjahrs in der San Francisco Bay Area geweckt. Nach Abschluss des Studiums verlief ihr beruflicher Werdegang über die Geschäftsleitung einer Top-Management- Beratung und die oberste IT-Führung eines weiteren Dax-30-Unternehmens, bevor sie zur Allianz stieß.

 

Was mir an meiner Arbeit bei Allianz besonders gut gefällt

„Die Allianz transformiert sich mit hoher Geschwindigkeit in ein globales Unternehmen, das von einer sich globalisierenden IT unterstützt wird. Die Digitalisierung ist Chance und Bedrohung zugleich für die Allianz als führendes Versicherungsunternehmen: Entwicklungen in der IT ermöglichen tiefgreifende Veränderungen im Geschäftsmodell. Es geht also um viel mehr als nur eine besser automatisierte Versicherung. Gleichzeitig gilt es, die Informationssicherheit zu gewährleisten. Das ist die andere Seite der Medaille der Digitalisierung. In diesem spannenden Umfeld leiste ich meinen Beitrag mit einem herausragenden Team gemeinsam mit einzigartigen Führungspersönlichkeiten.“

 

Meine größte Herausforderung bei Allianz

"Für die kommenden Jahre sehe ich drei Schwerpunkte der IT-Strategie in der Allianz: Zum ersten ist es meine Aufgabe, die Gremien innerhalb der IT- Funktion so zu gestalten, dass die globale Zusammenarbeit befördert wird. Diese leistungsfähige Gemeinschaft von Führungs- und Fachkräften kann dann miteinander die IT-Strategie erfolgreich umsetzen. Wichtiges Element ist die globale Vereinheitlichung mit Hilfe einer klaren Ziel-Architektur und IT- Standards. Zum zweiten belegen wir, wie IT zum Unternehmenserfolg beiträgt: Was ist die richtige Dosis an IT-Investition im Lebensabschnitt eines der Allianz- Unternehmen? Zum dritten möchte ich beitragen, die IT-Mitarbeiter zu begeistern und fit zu halten für die spannenden Anforderungen unserer Aufgabe.“

 

Welche beruflichen Ziele möchte ich in der Zukunft noch erreichen?

„Ich möchte in den nächsten zehn Jahren Verantwortung in der Rolle eines Vorstands übernehmen. Darüber hinaus reizt mich die Funktion des Aufsichtsrats in Unternehmen, bei denen IT ausschlaggebend für den Erfolg ist.“

 

Das möchte ich jungen Wirtschaftsinformatikern auf den Weg geben:

„Lernen Sie Ihr Handwerk und sammeln Sie Erfahrungen in allen Stufen der IT: Von der Gestaltung und dem Betrieb der Infrastruktur hin zur Anwendungsentwicklung und Einführung von betriebswirtschaftlichen Lösungen. Praktische Kenntnisse des Programm- und Projektmanagement sind unverzichtbar. Sie brauchen ein Verständnis für Funktionen, Strukturen, Prozesse und letztlich Architektur. Sie sollten ein Verständnis für Entscheidungsprozesse und Gremienarbeit gewinnen. Lernen Sie sowohl die Fachseite als auch die IT-Lieferseite kennen. Gehen Sie nach Indien und erleben Sie die Geschäftsprozessfabriken. Und versuchen Sie, in Unternehmen zu arbeiten, deren Vorstand mit Mitgliedern besetzt ist, die IT verstehen.“